Für interessierte Anwender
Funktionsweise des Auszahlungsplans

Der Gesetzgeber verfolgt mit dem Auszahlungsplan ein relativ einfaches Prinzip:

Das vorhandene Kapital wird schrittweise über die verbleibende Lebensdauer verteilt.

Dabei gelten insbesondere folgende Vorgaben:

  • Die Auszahlung muss mindestens bis zum 85. Lebensjahr laufen.
  • Die Höhe der Auszahlung wird regelmäßig neu berechnet (in gleichbleibenden Abständen von bis zu 3 Jahren).
  • Grundlage ist das aktuell vorhandene Kapital.
  • Dieses wird auf die verbleibende Restlaufzeit verteilt.
  • Nicht ausgezahltes Kapital bleibt investiert.

Konkrete Berechnungslogik

Die gesetzliche Grundformel lautet vereinfacht:

Auszahlung = Kapital / verbleibende Restlaufzeit

Genauer:

  • Es werden 80 % bis 100 % des vorhandenen Kapitals berücksichtigt.
  • Dieses Kapital wird durch die verbleibenden Monate bis zum Laufzeitende geteilt.
  • Daraus ergibt sich die monatliche Auszahlung bis zur nächsten Anpassung.

Wichtig:

Die Berechnung wird regelmäßig neu durchgeführt – die Auszahlung ist also nicht fix, sondern passt sich im Zeitverlauf an.


Umsetzung im Rechner

Im Rechner wird diese gesetzliche Logik modellhaft und transparent in einer jahresbasierten Simulation umgesetzt:

  • Das Anpassungsintervall kann auf 12, 24 oder 36 Monate festgelegt werden.
  • Es können 80 %, 90 % oder 100 % des vorhandenen Kapitals berücksichtigt werden.
  • Die Auszahlung ergibt sich vereinfacht aus:
    Auszahlung = berücksichtigtes Kapital / verbleibende Restlaufzeit
  • Zwischen zwei Anpassungszeitpunkten bleibt die zuletzt berechnete Auszahlung unverändert.

Beispiel bei 100 % und jährlicher Anpassung:

  • Restlaufzeit 18 Jahre → Auszahlung = 1/18 des Kapitals
  • im Folgejahr: 1/17, dann 1/16 usw.

Am Ende der Laufzeit wird das verbleibende Restkapital vollständig ausgezahlt.


Verhalten der Auszahlung im Zeitverlauf

Ein wichtiger Punkt für das Verständnis:

Die Auszahlungen sind über die gesamte Laufzeit nicht konstant. Zwischen zwei Anpassungszeitpunkten bleibt die Auszahlung jedoch gleich.

Je nach Wertentwicklung ergeben sich unterschiedliche Verläufe:

Bei positiver Wertentwicklung:

  • das Kapital wächst weiter
  • die Restlaufzeit wird kürzer
  • ⇒ die Auszahlungen steigen im Zeitverlauf

Bei schwankender oder negativer Entwicklung:

  • die Auszahlungen können auch sinken

➡️ Eine „klassische Rente“ mit gleichbleibenden Beträgen entsteht in diesem Modell nicht.


Einordnung der 80 %-Regel

Das Gesetz erlaubt, bei der Berechnung 80 % bis 100 % des Kapitals zu berücksichtigen.

Ziel laut Gesetz:

Schwankungen der Auszahlung reduzieren

In der Praxis gilt jedoch:

  • Wird weniger Kapital berücksichtigt (z. B. 80 %), bleibt mehr Kapital im Depot investiert.
  • Dieses Kapital wächst weiter und wird später verteilt.

Ergebnis:

Die Auszahlungen sind am Anfang niedriger, steigen später aber noch stärker an.

Das bedeutet:

  • Die 80 %-Regel führt nicht automatisch zu stabileren Auszahlungen.
  • Bei positiver Rendite kann sie die Dynamik sogar verstärken.

Fachliche Bewertung

Die im Rechner voreingestellte Variante (100 %, Anpassung alle 12 Monate) ist:

  • vollständig gesetzeskonform
  • einfach nachvollziehbar
  • deterministisch und stabil modellierbar
  • bei positiver Wertentwicklung die mildeste Dynamik-Variante

Alternativ können im Rechner 80 % oder 90 % des Kapitals sowie Anpassungsintervalle von 24 oder 36 Monaten simuliert werden.


Gleichzeitig gilt:

  • Das Modell bildet bewusst keine garantierte oder konstante Rente ab.
  • Es handelt sich um einen dynamischen Auszahlungsplan, dessen Höhe von Restlaufzeit, Kapital und Wertentwicklung abhängt.

Fazit
  • Der Auszahlungsplan verteilt das vorhandene Kapital fortlaufend auf die Restlaufzeit.
  • Die Auszahlung wird regelmäßig neu berechnet.
  • Die Höhe der Auszahlungen kann in der Realität steigen oder fallen.
  • Eine konstante Rente ist nicht vorgesehen.
  • Der Rechner erlaubt unterschiedliche gesetzlich vorgesehene Kombinationen aus Anpassungsintervall und berücksichtigtem Kapital.

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