In einfachen Vergleichsrechnern bzw. Vergleichsberechnungen wirst du gefragt, welchen Grenzsteuersatz du in der Rentenphase erwartest. Dieser wird dann pauschal auf alle Auszahlungen angewendet.
Das klingt zunächst plausibel – ist in der Praxis aber eine starke Vereinfachung.
Der Grenzsteuersatz hängt immer vom gesamten zu versteuernden Einkommen eines Jahres ab.
Und genau dieses Einkommen verändert sich in der Rentenphase laufend:
- deine gesetzliche Rente steigt in der Regel jedes Jahr
- zusätzliche Einkünfte (z. B. Betriebsrenten, Mieteinnahmen) entwickeln sich weiter
- dein Auszahlungsplan verändert sich über die Zeit
- steuerliche Rahmenbedingungen können sich ebenfalls ändern
Gerade der Auszahlungsplan ist dabei entscheidend:
- zu Beginn der Rentenphase sind die Auszahlungen oft vergleichsweise niedrig
- im Zeitverlauf steigen sie an, da sich das verbleibende Kapital auf eine kürzere Restlaufzeit verteilt
Das führt dazu, dass sich dein zu versteuerndes Einkommen über die Jahre deutlich verändern kann. Siehe dazu auch die Ausführungen zum Auszahlungsplan.
➡️ Die Folge: Der Grenzsteuersatz bleibt nicht konstant, sondern entwickelt sich im Zeitverlauf mit.
Ein vereinfachtes Beispiel:
- Jahr 1 der Rentenphase: 10.000 € Auszahlung
- Jahr 15 der Rentenphase: 30.000 € Auszahlung
Zusammen mit den übrigen Einkünften kann sich das steuerpflichtige Einkommen dadurch erheblich erhöhen.
Selbst bei moderaten Steueranpassungen führt das dazu, dass der Grenzsteuersatz im späteren Verlauf spürbar höher liegt als zu Beginn.
Ein pauschaler Ansatz (z. B. „25 % für den Auszahlungsplan“) kann diese Dynamik nicht abbilden. Einfache Vergleiche werden dadurch ungenau.
In diesem Vergleichsrechner wird der Grenzsteuersatz nicht vorgegeben, sondern die Steuer wird in jedem Jahr durch eine Simulation ermittelt.
Siehe dazu auch die Erläuterung in der Steuersimulation.
➡️ Dadurch wird deutlich realistischer abgebildet, wie sich die Steuerbelastung im Zeitverlauf verändern könnte.
- keine unrealistische Schätzung eines pauschalen Grenzsteuersatzes nötig
- realistische Abbildung eines dynamischen Auszahlungsplans
- transparente Darstellung der Steuerwirkung Jahr für Jahr
Gerade bei langen Laufzeiten kann dieser Unterschied erheblichen Einfluss auf das Ergebnis haben.